Im "Kish" gehen die Lichter aus

Weltstar Nils Gessinger war erst im Januar nach Postbauer-Heng eingeladen worden
NEUMARKT. Inzwischen ist es sicher: das "Kish" in Postbauer-Heng schließt seine Pforten. Und die Lichter werden wohl auf Dauer ausblieben.
Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins "Liveszene" fand man vorerst keine Lösungen oder Alternativen. Man wolle allerdings "kämpfen wie die Ochsen, dass es in Postbauer-Heng weiterhin mit dieser Form von Kultur weitergehen wird".
Vorerst wählte man einen neuen Vorstand und versuchte eine Marschroute über den Fortbestand einer Kleinkunstbühne in Postbauer-Heng festzulegen.

Kam immer wieder ins "Kish": Rob Tognoni
In seinem Jahresrückblick erläuterte Vorsitzender Andreas Hutzler den anwesenden Mitgliedern die derzeitige bauliche Situation im alten Sportheim "Kish". So hat sich die bauliche Substanz in den letzten Monaten dramatisch verschlechtert, was zur Folge hat, dass es bei Regen größere Wassereintritte gibt. Dies Habe bei der letzten Veranstaltung zur Folge, dass es zu vier Stromausfällen kam, die mutmaßlich im Zusammenhang mit spröden Kabeln und dem Wassereintritt lagen.
Wegen der derzeitigen Situation ist es nicht mehr verantwortbar weiterhin Kulturveranstaltungen im "Kish" durchzuführen, hieß es.
Während der Versammlung wurde intensiv nach Alternativen und Lösungsvorschlägen gesucht, was jedoch zu keinem abschließenden Ergebnis führte. Die Vorstände des SV Postbauer, Volker Reimann, und vom "Kish", Andreas Hutzler, wollen sich jedoch noch mal gemeinsam über ein kostengünstiges Sanierungskonzept Gedanken machen, da es derzeit im Gemeindebereich keine geeigneten leer stehenden Räume gibt, die für eine Nutzung einer Kleinkunstbühne in Frage kämen.
Bürgermeister Horst Kratzer sagte dem Verein ebenfalls Unterstützung zu, wollte sich aber zum jetzigen Zeitpunkt auf keine Aussagen wegen möglicher Zuschüsse einlassen, so lange keine klaren Konzepte vorliegen. Grundsätzlich finde das "Kish" innerhalb der Gemeinde große Zustimmung und man schätze auch sehr die bisher geleistete Arbeit.
Das "Kish" hat einen hohen Bekanntheitsgrad weit über den Landkreis hinaus. Aus diesem Grund soll auch diese Form von Kultur innerhalb der Gemeinde auf jeden Fall weiterhin Bestand haben, hieß es.
Da derzeit nicht absehbar ist, ob die finanziellen Mittel für eine Sanierung ausreichen, gehen die Verantwortlichen davon aus, dass im "Kish" ab sofort die Lichter aus bleiben. Jedoch werden, bis es eine Alternative gibt, jährlich vier bis fünf Veranstaltungen im Schloss organisiert.
Um allen "Kish-Fans" noch mal die Möglichkeit zu bieten, sich von dieser kultigen Institution zu verabschieden, wird am 14.Juli ein
Open Air stattfinden, bei dem einige Highlights der letzten zwölf Jahre auf der Bühne stehen werden. Sicher zugesagt haben schon Reverend Rusty und die Nürnberger Blues Allstarband. Derzeit warten die Verantwortlichen noch auf eine definitive Zusage von Rob Tognoni und einer vierten Überraschungsband.
Zum Vorsitzenden des Vereins "Liveszene" wurde wieder Andreas Hutzler gewählt, sein Stellvertreter ist Jürgen Nauhardt, der nach zehn Jahren Arbeit Gerhard Rückerl aus beruflichen Gründen ablöst. Über die Kasse führt weiterhin Judith Scharf Buch und als Schriftführer wird Gerhard Streichert weiter seinen Posten besetzen. Zum Kassenprüfer wurden einstimmig Heinz Fleischmann und Gerhard Hierl gewählt.
16.05.12
Neumarkt: Im "Kish" gehen die Lichter aus