Doppelt bezahlen

Mit einem Kennzeichen sollen zwei Autos betrieben werden
NEUMARKT. Ab Juli 2012 gibt es auch für Neumarkter Autofahrer ein Wechselkennzeichen, mit dem zwei Autos betrieben werden können. Die Junge-Union ist ernüchtert und geht davon aus, dass das "W-Kennzeichen" ein Flop wird.
Mit einem Nummernschild zwei Fahrzeuge fahren, aber Steuern und Versicherung nur für eines bezahlen müssen - das war die Grundidee für das Wechselkennzeichen. Was nun aber der Gesetzgeber aus der ursprünglich gut gemeinten Überlegung fabriziert hat, bezeichnen Marco Gmelch und Gerrit Ehrensberger von der Jungen-Union Neumarkt als "ernüchternde Mogelpackung."
Denn anders als von vielen erhofft wird das Wechselkennzeichen nicht nach dem Vorbild der Schweiz und Österreich kommen. In den Nachbarländern muss nämlich nur für das Fahrzeug mit der höheren Typklasse der Versicherungsbeitrag und die Kfz-Steuer entrichtet werden. Das zweite Fahrzeug bleibt kostenfrei - sdchließlich kann auch immer nur eines gefahren werden.
"Auf dem Weg durch die Gesetzgebung wurde aber die ursprüngliche Idee völlig verwässert", stellte JU-Mitglied Maximilian Kirsch bei genauerer Betrachtung fest. Das Wechselkennzeichen, das nun in Deutschland ab dem Juli 2012 zu haben sein wird, bietet für die meisten Autofahrer keinerlei finanzielle Anreize.
So muss nämlich in Deutschland weiterhin - trotz Wechselkennzeichen - für beide Autos die volle KFZ-Steuer entrichtet werden. Auch der bürokratische Aufwand bleibt gleich, denn man muss beide Autos nach wie vor bei der Zulassungsstelle anmelden. Selbst die Versicherungen wollen nach derzeitigem Kenntnisstand keine größeren Rabatte einräumen, als bisher schon bei einem Zweitfahrzeug angeboten wurden.
"Unterm Strich hat man mit dem neuen Wechselkennzeichen denselben finanziellen und bürokratischen Aufwand wie mit zwei zwei regulären Nummernschildern. Aus einer ursprünglich guten Idee wurde ein Flop, denn das Wechselkennzeichen bietet aus unserer Sicht keinerlei Anreize für den Autofahrer", so das Fazit von Andreas Zeitler und Werner Sperber von Jungen-Union der Stadt Neumarkt.
21.02.12
Neumarkt: Doppelt bezahlen